Gewerkschaften in Bulgarien

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Gewerkschaften in Bulgarien: So alt und doch so jung

Die bulgarische Gewerkschaftsbewegung entwickelte sich nach dem Ende des Russisch-Türkischen Kriegs im Jahr 1878. Die erste Berufsgruppe, die sich organisierte, waren Lehrer/innen, gefolgt von Druckereiarbeiter/innen, die gegen schlechte Bezahlung und Beschäftigungsbedingungen in den Ausstand traten. In den darauf folgenden Jahren schlossen sich Beschäftigten aus unterschiedlichen Branchen zusammen und gründeten Gewerkschaftsorganisationen. Sie waren anfangs mit den sozialistischen Parteien des Landes verbündet, im Jahr 1924 fusionierten sie jedoch und erklärten ihre Unabhängigkeit.

Nach der von der Sowjetunion unterstützten "Sozialistischen Revolution vom 9. September 1944" kam die Vaterländische Front an die Macht und rief eine Volksrepublik aus. Privates Eigentum wurde verstaatlicht, und die anderen Parteien wurden aufgelöst. Neue Gewerkschaften wurden gegründet, und alle Beschäftigten schlossen sich der Allgemeinen Arbeitergewerkschaft an, die eng mit der Kommunistischen Partei verbunden war. Zu dieser Zeit wurden mehrere gewerkschaftsfreundliche Gesetze erlassen, die zum Teil noch heute in Kraft sind.

Im Jahr 1987 erhielten die Gewerkschaften eine gewisse Autonomie, die ihnen die Selbstbestimmung über ihre Aufgaben und Tätigkeit ermöglichte. In der Folge entstanden zwei nationale Gewerkschaften – die Föderation Unabhängiger Gewerkschaften und die Gewerkschaftskonföderation PODKREPA – was der Gewerkschaftsbewegung in Bulgarien neuen Auftrieb gab. Die Gewerkschaften Bulgariens blicken also auf eine lange Geschichte zurück, sind aber gleichzeitig noch relativ jung.